Nancy - ein Fotoausflug

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Nancy an der Meurthe  ist die Hauptstadt (Präfektur) des Départements Meurthe-et-Moselle und hat geschätzte 105.100 Einwohner. Die Bezeichnung Nanzig wurde gelegentlich als deutsches Exonym verwendet, vor allem, als im Wilhelminischen Kaiserreich (1871 - 1918) ein Teil Lothringens (Elsaß-Lothringen) zum Deutschen Reich gehörte. Seit langem ist diese Bezeichnung (Nanzég) nur noch in Luxemburg gebräuchlich.

Historisch war Nancy die Hauptstadt des Herzogtums Lothringen (oder Ober-Lothringen), im nachrevolutionären Frankreich die Hauptstadt der Provinz Lothringen (Lorraine).

Nancy entstand im 11. Jahrhundert um die Burg des Grafen Gérard, Herzog von Ost-Lothringen. 1265 erhielt der Ort Stadtrechte. Im 13. Jahrhundert brannte fast die gesamte Stadt nieder, wurde aber wieder aufgebaut und mit einer Mauer umgeben.
 

Porte de la Craffe (linkel Bild)
Die Porte de la Craffe ist ein imposantes Stadttor in Nancy, Frankreich.
Es wurde im 14. Jahrhundert am nördlichen Zugang zur Altstadt im gotischen Baustil errichtet. Ein markantes Architekturelement sind die aufwendig gearbeiteten Maschikulis, die große Spitzbogenblende ist mit einem Lothringer Kreuz verziert. Dem Torturm wurden im 15. Jahrhundert zwei mächtige Rundtürme angefügt, die als Kerker dienten. Im Zuge der Anlage von Bastionen im 16. Jahrhundert wurde im Vorfeld ein zweites Tor (Porte Notre-Dame) errichtet und mit der Porte de la Craffe durch einen gedeckten Gang verbunden.
Bei den Umbauten der mittelalterlichen Stadtbefestigung durch den königlichen französischen Festungsbaumeister Vauban (um 1680) wurde es – ähnlich wie das Deutsche Tor im benachbarten Metz – als einziges unverändert in das neue Verteidigungskonzept einbezogen. Das Tor erhielt ein Dach mit Laterne und eine barocke Vorhalle, die im 19. Jahrhundert neugotisch restauriert wurde. (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)


Am 5. Januar 1477 scheiterte Karl der Kühne von Burgund vor Nancy bei dem Versuch, die zum Herzogtum Lothringen gehörende Stadt an sich zu bringen, um seine Besitzungen (Burgund, Luxemburg und Flandern) zu verbinden. Er starb an seinen Verletzungen unweit der Stadt bei Saint-Nicolas-de-Port. Seine größte Blüte erlebte Nancy unter den Herzögen Anton (1489-1544) und Karl III. (1543-1608). Damals wurde im Süden der Altstadt die Neustadt planmäßig gegründet, ein Netz rechtwinkelig sich kreuzender Straßen.

Nancy gehörte bis ins 18. Jahrhundert zum Herzogtum Lothringen und damit zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Im Dreißigjährigen Krieg erlebte die Stadt schwere Verwüstungen, die von Jacques Callot - einem Kupferstecher aus Nancy - im Zyklus "Schrecken des Krieges" festgehalten wurde (s. Lothringisches Museum). Immer wieder wurde Nancy von französischen Truppen besetzt und kam 1697 nach dem Frieden von Rijswijk stark verkleinert an Herzog Leopold zurück (s. Lunéville), der die Stadt erneut aufbauen ließ. Schließlich kam das Herzogtum Lothringen im Rahmen eines Austausches zwischen Habsburg und dem französischen König im 18. Jahrhundert an das Königreich Frankreich (die Toskana an Habsburg). Ludwig XV. vergab Lothringen an den abgesetzten polnischen König Stanislaus I. Leszczynski, der das Herzogtum von Nancy und Lunéville aus als Herzog von Lothringen regierte. Nach seinem Tod kamen Nancy und Lothringen endgültig zu Frankreich.

Nancy besitzt eine sehenswerte Innenstadt. Im nördlichen Bereich die durch Bauten des Mittelalters und der frühen Neuzeit geprägte Altstadt mit dem ehemaligen Herzogspalast und der neugotischen Kirche Saint-Epvre. Die südlich gelegene Neustadt hat ihr Zentrum um die Place Stanislas, benannt nach dem ehemaligen polnischen König Stanislaus I. Leszczynski, der nach der Niederlage im Polnischen Erbfolgekrieg 1737 durch seinen Schwiegersohn Ludwig XV. mit dem Herzogtum von Lothringen und Bar abgefunden wurde. Die Place Stanislas, die Place de la Carrière, und die Place de l'Hémicycle , eines der bedeutendsten Ensembles aufgeklärt-absolutistischen Städtebaus, wurden 1983 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Die Plätze wurden in der Hauptsache von 1752 bis 1760 von dem Architekten Emmanuel Héré angelegt. (aus Wikipedia)  







stanislausStanislaus I. Leszczynski
, eigentlich Stanislaw Boguslaw Leszczynski (* 20. Oktober 1677 in Lemberg, heute Ukraine; + 23. Februar 1766 in Lunéville, Lothringen) war ein polnischer Adeliger aus dem Adelsgeschlecht der Leszczynskis und wurde im Verlauf des Großen Nordischen Krieges 1704 - 1709, sowie erneut im Machtvakuum des Polnischen Thronfolgekrieges 1733 - 1736 König von Polen und Großfürst von Litauen.

Seine Schwiegervaterschaft mit dem französischen Königshaus brachten ihm schließlich 1737 die Herzogtümer Lothringen und Bar ein, die nach seinem Tode endgültig an Frankreich fielen, welches sie sich vollständig einverleibte.

Stanislaus wurde als Sohn der Anna Jablonowska und des Grafen Rafal Leszczynski zu Leszno, geboren und war wie dieser Wojewode von Posen, Generalstarost und Hetman von Großpolen, sowie Schatzkanzler der Krone. Die Mitglieder der Familie von Leszczynski waren seit 1473 Reichsgrafen des Heiligen Römischen Reiches. Er stand als Diplomat im politischen Dienst der Könige Jan III. Sobieski und seines Nachfolgers August II.. 1698 heiratete Stanislaus die Gräfin Katharina Opalinska in Krakau. Der 1699 geborenen Tochter Anna, folgte 1703 die Geburt der zweiten Tochter Maria.

Das politische Schicksal von Stanislaus I. war eng an das militärische von Karl XII. gebunden. In der Schlacht bei Poltawa besiegten die russischen Truppen das schwedische Heer. Karl suchte mit seinen geschlagenen Truppen Zuflucht bei Sultan Ahmet III. im Osmanischen Reich. Unmittelbar darauf kündigte August II. die Bedingungen des Altranstädter Friedens. 1709 wurde er von einem großen Teil des polnischen Adels zum legitimen König erklärt.

Exil
Mit nur wenigen, eigenen Anhängern und geringen schwedischen Truppen floh Stanislaus I. Leszczynski über Stettin, Kristianstad nach Stockholm. Die Bitte um Zustimmung der Abdankung als polnischer König wurde Stanislaus I. von Karl XII. verwehrt. Dieser hoffte auf die militärische Hilfe von Ahmet III. Damit war für Stanislaus, der wie viele seiner Unterstützer sein Eigentum verloren hatte, eine Rückkehr nach Polen ausgeschlossen. Stanislaus I. folgte Karl XII. nach Bender und wurde 1714 von diesem als Übergangslösung, bis zur Rückgewinnung von Polen, in das Herzogtum von Pfalz-Zweibrücken eingesetzt. Hier starb seine älteste Tochter Anna Leszczynska.

Nach dem Tod Karls XII., 1718, musste Stanislaus das Herzogtum verlassen und bat Herzog Leopold Joseph von Lothringen um Zuflucht. Um sich vor den von August II. ausgehenden Anschlägen auf seine Person zu schützen, begab er sich mit seiner Familie in Sicherheit der französischen Garnisonsstädte, Landau und Weißenburg im Elsaß.

Auf Vermittlung von Jeanne-Agnes Berthelot de Pleneuf, marquise de Prie wurde nach 1723 die Hochzeit der Tochter Maria Leszczynska mit Ludwig XV. vorbereitet und am 4. September 1725 in Fontainebleau vollzogen. 1725 übersiedelte Stanislaus mit seiner Gemahlin nach Chambord.

Im Polnischen Thronfolgekrieg (1733-1735/1738) unterstützte Ludwig XV. die Bestrebungen von Stanislaus I. Leszczynski die polnische Krone zurückzugewinnen. Stanislaus kehrte nach dem Tod Augusts II. aus dem Exil in Frankreich nach Polen zurück und ließ sich am 11. September 1733 ein zweites Mal zum König wählen. Das Vorhaben der Krönung scheiterte am militärischen Einfluss von Österreich, Rußland und Sachsen, sowie eines Teils des polnischen Adels, die die Wahl Augusts III. und dessen Krönung am 17. Januar 1734 unterstützten.

In dem am 3. Oktober 1735 in Wien zwischen Habsburg und Frankreich geschlossene Präliminarfrieden, erkannte Frankreich den sächsischen Kurfürsten als König von Polen an. Der Vertrag wurde bis 1. Mai 1737 im Definitivfrieden auch von Polen, Rußland, Spanien und dem Königreich Piemont-Sardinien unterzeichnet. 

Stanislaus I. Leszczynski floh nach Danzig und fand 1734 Zuflucht bei Friedrich Wilhelm I. in Königsberg. Frankreich gab ein militärisches Eingreifen auf und einigte sich mit Habsburg im Wiener Präliminarfrieden.

Ein Resultat der Vertragsverhandlungen war der Austausch der Herzogtümer Bar und Lothringen gegen das Großherzogtum der Toskana nach dem Tod des letzten Großherzogs Gian Gastone de' Medici

Ab 1736 wurde Stanislaus in das Herzogtum Bar eingesetzt. Nach dem Tod von Gian Gastone de' Medici wurde auch Lothringen an Frankreich übertragen, worauf Stanislaus seinen Residenz von Commercy nach Lunéville verlagerte. Zur Verwaltung der Herzogtümer wurde ein französischer Intendant de Justice, Police et Finances mit Sitz in Nancy eingesetzt, der die vereinbarte Angliederung nach dem Tod von Stanislaus vorbereitete. Als Pension erhielt Stanislaus jährlich 2 Millionen Livre. In den folgenden Jahren entfaltete sich am Hof von Stanislaus in Lunéville ein bedeutendes kulturelles Leben. (aus Wikipedia)









Pépinière - die Parkanlage im englischen Stil schließt sich unmittelbar an den Place Stanislas an



 

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